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Schnipsel

Jeff Long - Im Abgrund

Eine Besprechung von Dieter Löckener

Das muss doch rauszukriegen sein, wer sich da von den unzähligen Leichen in bosnischen Massengräbern ernährt hat. Die Spuren führen merkwürdiger Weise in ein unbekanntes Tunnelsystem weit unter der Erde. Aufklärungspatrouillen der NATO werden eingesetzt und die entdecken ein gigantisches Undergroundnetzwerk, durchgängig von Italien bis nach Frankreich.
Gänge und Schächte führen immer tiefer nach unten, quer Beet durch den gesamten Planeten. Monatelang geht, von kleineren Zwischenfällen mal abgesehen, die gesamte unterirdische Militärforscherei gut, aber dann startet wie von einem Gongschlag eingeläutet, die große Dezimierung.
Die unbekannten Bewohner, Hadal genannt und anscheinend von Grund auf böse starten eine weltweit organisierte, riesige Schlächterei. Die finstere Ungeheuerlichkeit vom um mit Jules Verne zu sprechen - Mittelpunkte der Erde reagiert und sorgt für Nahrungsnachschub in Form von riesigen Leichenbergen. So nimmt das Chaos seinen Lauf.
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Der Pöbel tobt, Vorstädte gehen in Flammen auf, der puren Verwüstung wird durch Verhängung des Kriegsrechts entgegengewirkt. Nun muß der Beowulf-Kreis an die Frond und um rauszukriegen, ob diese alten Herrschaften es schaffen, dem Satan und seiner unglaublichen Zivilisation samt Hadaltruppe den Garaus zu machen, heißt es lesen lesen lesen, fast 550 aktionreiche Seiten lang.
Spannend serviert Long sein letztes großes irdisches Abenteuer, die Unterquerung des Pazifischen Ozeans durch eine Ansammlung von Aussenseitern und Anarchisten, samt Nonne und üblem Sabotagespezialisten.
Wer seiner Phantasie mal wieder Futter geben will findet hier zwischen uralten Kulturen, detaillierten Reiserouten, Riesengrillen und Trinkschalen aus der Schädeldecke von Neandertalern reichlich Nahrung.

Blanvalet Verlag
544 Seiten
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