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Literarischer Nach(t)-Tisch

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Liebe Literaturfreunde,

die "Schnipsel" sind ein unabhängiges, ständig aktualisiertes Literaturmagazin und eine fortlaufend weitergeführte Anthologie mit unangepassten, frechen, biestigen, komischen und vor allem neuen Texten von mittlerweile mehr als 80 deutschsprachigen Autoren und Autorinnen aus ca. einem Dutzend Ländern. Der Schwerpunkt liegt auf sorgfältig ausgewählten zeitgenössischen Originaltexten der Genres Lyrik, Kurzprosa und Aphorismen; darüber hinaus wollen wir euch mit aktuellen Infos, Forum, Autoreninterviews, vielen eigenständigen Rezensionen und handverlesenen Literaturtipps in unserem Bücherstüberl ein paar Anregungen für eure Lese- und Schreiblust geben.

Viel Vergnügen beim Stöbern in den "Schnipseln"!

Neuer Twitter-Lyrik-Wettbewerb

Auch an der modernen Poesie geht der Social-Media-Zeitgeist nicht spurlos vorbei. Deshalb schreiben nun BoD und das "Literaturcafé" eine neue Runde des Twitter-Lyrik-Wettbewerbs unter dem Arbeitstitel "In der Kü liegt die Wü!" aus, Poesie mit maximal 140 Zeichen zu "zwitschern". Einsendeschluss ist der "Tag der Poesie" am 21. März 2010 - dem Gewinner winkt ein iPod Touch. Alle Beiträge werden nach dem Wettbewerb im 2. Twitter-Lyrik-Band veröffentlicht. Infos unter www.twitter-lyrik.de.
Die Vorjahresausgabe mit 283 Gedichten kann man hier als PDF lesen/ downloaden und bei Gefallen auch als "richtiges" Buch kaufen:
Books on Demand GmbH, Paperback, 164 Seiten, 9,80 Euro, ISBN: 978-3-8370-5318-0
   


Bayerisches Literaturfestival 2010

Mit dem LITERATURupdate 2010 gibt's ein neues Literaturfestival für bairische JungautorInnen (bis 35 Jahre). Im Festivalzeitraum vom 10.10.2010 bis 28.11.2010 werden in 50 Städten Bayerns vom "Arbeitskreis für gemeinsame Kulturarbeit bayerischer Städte e.V." Projekte von Poetry Slams und Wortkunst, Medienprojektionen und Literaturverfilmungen bis hin zu literarischen Blogs und anderen neuen Formen der Literaturvermittlung präsentiert.

Info und Ausschreibung


Hildesheimer Lyrik-Park 2010

Um Lyrik-Installationen zum Thema "Beständigkeit und Wandel" geht's beim 2. Hildesheimer Lyrik-Park vom 18.06. bis 20.06.2010.
Dabei handelt es sich um ein alle Künste (Literatur, Musik, Malerei, bildende Kunst, Medienkunst, Architektur etc.) einbeziehendes Projekt.
Von Lyrik-Schwalben bis zur Flaschenpost, von poetischen Anpflanzungen bis zu offenen oder versteckten Installationen in Büschen und Bäumen, von Klanginstallationen bis zu magischen Worten, die in den Himmel wachsen; alles ist möglich im LyrikPark.
Beteiligen können sich Literaten und Künstler aller Disziplinen (auch Schulen und Universitäten), die eine gute Idee haben und bereit sind, sich mit dem Ort und dem Thema auseinanderzusetzen. Vorstellbar wären Holz, Metall, Glas, Stein, Tuch, Papier oder auch jeder andere Untergrund, um Ausgesprochenes oder Unausgesprochenes zu materialisieren. Die Macher stellen sich darauf ein, dass die Gedicht-Objekte offen in der Natur gezeigt werden; infolgedessen sind die Installationen wetterfest zu gestalten oder ganz bewusst der Vergänglichkeit preiszugeben.

Bundesweite Ausschreibung für Interessierte im Forum Literatur Büro
(läuft bis 31. März 2010)


Lyrik-Anthologien, mal kritisch betrachtet

Ziemlich kritisch nimmt Felix Philipp Ingold einige Groß-Anthologien deutscher Lyrik aus den letzten Jahren unter die Lupe und schlägt eine gründliche Revision der "Verstaubten Archive" vor.
"Die jüngst wieder vermehrt debattierte Frage nach Fug und Unfug literarischer beziehungsweise literarhistorischer Kanonisierung ist naturgemäß eng verknüpft mit der Frage nach der Opportunität - den Kriterien, der Funktion - anthologischer Textaufbereitung. Denn jede Anthologie [...] trägt auf ihre Weise zur Bestätigung, zur Modifizierung, bestenfalls zur Erweiterung des bestehenden Kanons bei."

Den ganzen Rezensions-Essay findet ihr hier bei literaturkritik.de
Gegenwartslyrik in allen Facetten

In der Anthologie "Der gelbe Akrobat" präsentieren Michael Braun und Michael Buselmeier 100 Gedichte mit poetologisch reflektierten Kommentaren

Hrsg. im Poetenladen Verlag

Rezension hier
   

... und warum man über die selbstgefälligen und sich-selbst-bedienenden 'Elitefraktionen' in der deutschen Lyriklandschaft wütend werden kann, erfahrt Ihr von Michael Zoch in "Kleiner Kragenplatzer hinsichtlich der Akademisierung der Poesie".


Frische Drucksachen

Thematisch passend zu Herta Müllers Nobelpreis präsentieren "die horen" - Zeitschrift für Literatur, Kunst und Kritik in der aktuellen Ausgabe den Titel
DIE HALLUZINOGENE KATZE / Träume, Realien - Stimmen & Stimmengewirr aus der Gegenwart R u m ä n i e n s.
Die neue Ausgabe (Nr. 16) der 'etwas anderen' Literaturzeitschrift außer.dem wurde kürzlich in München bzw. Darmstadt mit Autorenlesungen präsentiert. Mehr Infos und Bestellmöglichkeit unter www.ausserdem.de.
   

Eine neue Staffel der Fixpoetry-Lesehefte (No. 13-15) ist gerade erschienen. Ein paar Eindrücke und Gedanken dazu im Schnipsel-Essay "Wer verlegt denn heut noch Gedichte?"
Auch vom "Schrieb - zeitschrift für texte, bilder und zeit" liegt Druckausgabe Nr. VII nun vor (mit vielen neuen AutorInnen) - Infos und Bestellmöglichkeit unter schrieb.com

Deutsch-türkisches Literaturprojekt

Für mehr kulturelle Annäherung und Verständnis setzt sich das türkisch-deutsche Denk- und Literaturhaus "Aksit Kültür" in Izmir ein, das mit 40.000 Bänden auch die größte deutschsprachige Bibliothek der Türkei beherbergt.
Durch Seminare, Workshops, Austellungen, Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen will man Interessierten die vielfältigen türkischen und deutschsprachigen Kultur- und Literaturlandschaften näherbringen - dazu ist für 2010 auch eine Poesie-Übersetzungswerkstatt mit ausgewählten Texten deutscher GegenwartsdichterInnen geplant.
Der Braunschweiger Lyriker Michael Zoch war dort kürzlich schon zu Gast und hat seine persönlichen Kultur-Impressionen in einem kleinen Reise-Gedichtzyklus verarbeitet, den Ihr nun hier in den "Schnipseln" lesen könnt.

• Kurzportrait der Kulturinitiative "Aksit Kültür" (PDF)
• Homepage "Aksit Kültür"


10 Jahre lyrikline.org:// world wide poetry

Im Oktober 2009 feierte lyrikline.org, die Webseite für Poesie, mit einer großen Festwoche in Berlin ihr 10jähriges Bestehen.
Als lyrikline.org 1999 an den Start ging, konnte niemand damit rechnen, dass das die Geburtsstunde einer anhaltenden Erfolgsgeschichte mit millionenfachem Publikum überall auf der Welt sein sollte.
Mittlerweile lassen 570 Dichterinnen und Dichter aus 49 Sprachen mit ihren Stimmen über 5.500 Gedichte online erklingen, die Gedichte sind zu lesen und können in 48 Sprachen verstanden werden. Partner in 40 Ländern arbeiten für lyrikline.org zusammen, koordiniert und redigiert von der Literaturwerkstatt Berlin. lyrikline.org bietet sowohl das geschriebene Wort als auch die Stimme des Dichters und macht gleichzeitig den Text im Original als auch in einer ständig wachsenden Anzahl von Übersetzungen zugänglich.



Poetry-Slams, wo man auch hinhört...

Der Virus der Poetry-Slams hat sich mittlerweile in Deutschland bis in die Provinz verbreitet und den hübschen Nebeneffekt, dass auch Regionaldialekte vermehrt zur "Performance" kommen. Und längst sind die Slams nicht mehr auf lyrische Formen fixiert, sondern offen für alles, was via Mundwerk rübergebracht werden kann. Dazu gehört das "Story Telling" ebenso wie das "Liedermaching" und auch Kombinationen von Text & Beatboxing.
   

Bei all dem Enthusiasmus über zeigemäße Literaturvermittlung sollte man nicht vergessen, dass der öffentliche Textvortrag, auch als Wettbewerb, eine jahrtausendelange Tradition hat, sogar um 'Tod oder Leben'!
Und dass es lang vor den ersten sogenannten 'Slams' hochklassige 'Textschlachten' gab, deren berühmteste wohl die "Wholly Communion" in der Londoner Royal-Albert-Hall im Jahr 1965 vor 7000 Zuhörern war.
Damit begründeten die jenerzeit noch lebenden Autoren der "Beat-Generation" wie Allen Ginsberg die literarische Undergroundszene in London - als Überraschungsgast trat der damalige Wiener Lyrik-Star Ernst Jandl auf.

Eine Auswahl regelmäßig stattfindender Poetry-Slams in Deutschland findet Ihr unter Slampoet.de - Slamtermine, da könnt Ihr auch eigene Veranstaltungen eintragen.
(In eigener Sache: Auch in Schongau mach'ma 2010 wieder einen Open-Air-Slam, Interessenten können Donnerstag, den 15.7. vormerken - Ausschreibung folgt.)


Ingeborg-Bachmann-Preis 2009

Den Hauptpreis der Jury gewann dieses Jahr der deutsche Wahl-Züricher Facharzt für Neurologie Jens Petersen mit einer Reflexion zum Thema Sterbehilfe. Erstaunlich, dass man diesen mit renommierten Preisen eh schon überhäuften Autor zu diesem "Newcomer-Wettbewerb" eingeladen hatte.
Infos zum immer wieder umstrittenen Bachmann-Preis findet ihr auf desses offizieller Website.
Keinen Skandal, dafür aber Monaden gabs beim letztjährigen Klagenfurter Wettbewerb. Was sich da so tat oder auch nicht, belästert WF hier im Blog.


Literaturtermine

Einen Terminkalender für Literaturveranstaltungen (auch zum Selbsteintragen) findet Ihr auf der Seite Literaturtermine, die aus der Datenbank von romansuche.de gespeist wird.
Überregional relevante Lit-Events präsentieren wir auf Anfrage auch hier auf der Startseite, für eigene Texte, Anthologie-Ausschreibungen, Workshops, Literaturreisen etc. könnt ihr auch unser Forum nutzen.


Neu: e-Mag-Sammlung

Wir beginnen gerade, eine kleine Sammlung von kostenlos downloadbaren literarischen e-Mags und e-Books zusammenzustellen.
Zum Anfang findet Ihr hier im Archiv die letzten zehn Ausgaben von "Der Skorpion", die Literaturzeitschrift "Kontro-Vers" (Ausgabe 2008) und das ebook "Twitter-Lyrik".
Gern könnt Ihr uns für die Sammlung qualitativ hochwertige Werke zuschicken!.


"Lyrik-Maschine" Wordle

Nette Späßchen kann man mit dem Wort-Layout-Zufallsgenerator "Wordle" anstellen, falls man seine Texte im Wortsinne mal "nicht auf die Reihe" kriegt.
Auch prima geeignet zu semantischer Mystifizierung (z.B. von Liebesgedichten) oder zum Postkartenbedrucken ;-)
Wie das optisch rüberkommt, seht ihr hier.


Aktuelle Rezis:

Ständig fischen wir in dem schier unüberschaubaren Buchmarkt nach interessanten Veröffentlichungen, die wir Euch in der regelmäßig frisch bestückten Rubrik "Rezensionen" vorstellen.
Dabei freuen wir uns auch über Eure kompetenten Leseeindrücke, die Ihr uns gern zumailen oder ins Forum stellen könnt. Aber bitte keine reinen Werbe- oder Klappentexte!


Was auf die Ohren

In der Rubrik "Lyrikvertonungen" findet ihr einige ebensolche (streams & downloads), u.A. auch Videos mit Originallesungen von Bertolt Brecht und Live-Performance von Herta Müller und Jan Erik Vold.
    Creative Commons License

Wir freuen uns auch auf eure Vertonungen/ Verfilmungen (Podcastbeiträe, Lesungsmitschnitte, Textvertonungen, Kurzvideos mit literarischem Inhalt etc. - bitte im MP3-Format oder den direkten Link zusenden).
Das könnte für die Schnipsel-Leserschaft ein feines Gimmick sein...

Noch mehr Lesestoff:

Viele andere interessante und vielfältige LitSites findet Ihr in unserer ständig erweiterten und gepeprüften Linksammlung, und für unsere mittlerweile recht umfangreichen Seiten findet ihr hier eine seitenspezifizierte Suchmaschine für Autoren, Titel, Begriffe etc.


Viel Schreiblust und Lesevergnügen!

Werner Friebel
& die Red.-Crew


Letztes Update: 9.2.2010

Und wer bis hierher gelesen hat oder nach'm Stöbern zurückkommt, kriegt zur "Belohnung" a folk-rockige Ballade so im Stil von Grateful Dead zum Wachträumen an die Ohren.

Dabei gehts frei nach Husserl um unsere idiosynkratisch-kontingente phänomenologische Erfahrbarkeit von "Transzendenz in der Immanenz" ;-)
  
"Schlaflos"
(hier singt der Dichter
noch selber ;-)



Played by "Dirty Fingers"
(CD "meschugge")
MP3-Download
zum Text


"Die ganze Kunst des Schreibens besteht darin, dass man kein Wort verwende ohne volle Verantwortung."

und:

"Je mehr man von einer Sache versteht, desto feinere Verhältnisse verlangt man."
Lichtenberg



   
Neue Beiträge in den "Schnipseln"

Anmerkungen zum 'Fall Hegemann'

"Im Klaustall der Literatur: Auch ein Axolotl nährt sich von Plagiaten"


von Werner Friebel (Schongau)

Ganz schön wütend:

"Kleiner Kragenplatzer hinsichtlich der Akademisierung der Poesie"

Essay von Michael Zoch (Braunschweig)


Lyrik-Anthologie:

"Der gelbe Akrobat"

Hrsg. M. Buselmeier / M. Braun
Rezension von Werner Friebel


Schnipsel-Essay:

"Wer verlegt denn heut noch Gedichte?"


Essay/ Rezension von Werner Friebel

Autoren-Interview:

mit Johannes Witek


Lyriker aus Salzburg

Aktuelle Buchtipps:








Grundlegendes zur Lyrik der Gegenwart

Poetologischer Essay von Frank Milautzcki über die Verständigungsebenen der Lyrik und über Wahrnehmung und Ausdruck intentionaler Kontingenzen in Sprachspielen - und warum die Avantgarde was mit der Quantenphysik zu tun hat ...
zum Essay


Autoren-Nepp

Man sollte eigentlich meinen, dass die halbe Million deutscher Hobbyautoren zu den eher kritischen Geistern gehören, doch ein Blick auf das florierende Geschäft dubioser "Literatur-Wettbewerbe", von Anthologie- und Buchverlagen mit Abnahmeverpflichtungen oder Kostenbeteiligungen der Autoren zeigt, wie leicht und betrügerisch immer noch die Eitelkeit "verkannter Genies" abgezockt wird. Da wirds dann leicht mal gerichtsmassig, doch meistens hat Naivität gegen ausgeklügelte AGB keine Chance.
Eine recht neue Neppermasche ist das Auftreten scheinbar seriöser "Literaturagenten" mit angeblich ausländischen Topverlagen im Hintergrund, die als Voraussetzung für eine Inverlagnahme ein höllisch teures Lektorat anbieten - bei dem der Text (nach Bezahlung natürlich) im Schnellverfahren als ungeeignet beurteilt wird.
Mehr zu dieser und anderen Arten von Abzockerei findet ihr in ausführlichen Berichten hier im "Literaturcafé"


Mal was für "Kleine & Große"

Afrikanische Märchen
gesammelt von Nelson Mandela




Verlag C.H. Beck, 184 Seiten



Polemischer Essay aus der "SZ"

Ertrage die Clowns

Unter diesem Titel hat der Publizist Hilmar Klute in der "SZ" den Zustand des heutigen Kabaretts mal genauer beleuchtet. Boshaft, spassig und hellsichtig analysiert er dessen Pappnasigkeit und stellt u.A. fest: "Der Scheibenwischer, den der kluge Dieter Hildebrandt gerade noch rechtzeitig verlassen hatte, wurde endgültig zur Altersresidenz der Clowns von gestern".

Wer sich das komplette Vergnügen gönnen will, kann den Artikel hier in der "Süddeutschen Zeitung" nachlesen... .




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